1. Tag– fliegen, warten fiegen, warten...
10.02.2007

Acht Uhr morgens. Treffen in Berlin-Schönefeld. Auf dem Weg zum Flughafen rollt – an meinen Füßen vorbei – eine Salami über die Straße. Armes Würstchen.
Angekommen in Moskau, erster Zwischenstopp. Die nächsten acht Stunden müssen wir warten. Anderthalb haben wir geschafft.
Der Flughafen ist bedrückend. Von den Decken ragen braune Röhren nach unten, ähnlich wie Stalaktiten. Sie scheinen die darunter Laufenden aufsaugen zu wollen. Souvenirläden voll mit Matroschkas und Holz-Plastegeschirr, das ich beim Wühlen wohl auch noch im Keller meiner Eltern finden würde.
Die ersten unserer Gruppe liegen auf ihren Taschen und schlafen. Sie sehen auf einmal alle so gleich aus. Egal, welcher Lebensabschnitt hinter ihnen liegt, egal, mit welchen Problemen jeder einzelne belastet ist, macht der Schlaf doch alles zunichte.
Ich kann ihn leider nicht finden. Am Vorabend noch auf einer Party gewesen um meine Müdigkeit nach einem Zweistundenschlaf als Zeitvertreib in Moskau nutzen zu können, gelingt es mir trotzdem nicht. Die innere Ruhe fehlt, der Abstand zum Alltag noch zu gering. Dafür sind wohl noch einige tausend Kilometer nötig.
Endlich sitzen wir im Flugzeug. Nach kulinarischen Assietten-Höhepunkten siegt die Erschöpfung. Allerdings nur so lange, bis eine überaus engagierte Stewardess meiner russischen Nachbarin lauthals und wild gestikulierend Produkte des rollenden Flugzeugshops anbietet. Ich widme mich der Musik des Filmes „Jenseits der Stille“. Wie passend. Als ich wieder aufwache, befinden wir uns auf dem Landeanflug.

Lisa Richter eine Nachricht schreiben

Alle Reportagen von Lisa Richter ansehen

 

Kommentier Lisa´s Reportage

   
top

2005 - Sarajevo ::: 2007 - Vietnam